Das Heilige Grab
im Schwazer Franziskanerkloster

 

Als krönenden Abschluss der Barockisierung schuf Christoph Anton Mayr ein großes Heiliges Grab für die Schwazer Klosterkirche. Dieses wurde am 18. April 1764 zum ersten Mal aufgestellt. Als theologischer Berater diente dem Künstler der ebenfalls als Maler tätige Pater Cyrill Oberberger († 1767). Die Bruderschaft der sieben Schmerzen Mariens hatte dazu 200 Gulden gewährt, was aber nicht ausreichte, sodass das Kloster noch eine „nicht so kleine Summe" beisteuern musste. Der hohe weite gotische Chorschluß ist vollkommen ausgefüllt mit einem mehrstöckigen Gebäude (die bemalte Fläche beträgt etwa 160 Quadratmeter), einem riesigen Aufgebot von Säulen, Ornamenten, Blumengirlanden, Figuren und Kartuschen. Und doch ist die architektonische Grundform verhältnismäßig streng.

Der Beschauer, zunächst verblüfft vom Aufwand und wohl auch von der Brillanz solcher Darbietung, hätte gewiss Mühe, sich in der lkonologie (Bildsprache) zurechtzufinden, kämen ihm nicht die deutschen Bibeltexte, auch sie in ungewöhnlicher Fülle, zu Hilfe.

Es war dies keineswegs das erste Heilige Grab der Klosterkirche. Das Erste wird im Jahr 1623 in der Chronik erwähnt: „ Sepulchro Domini abolito, alia pulchra seqq. annis ad Altaria erecta fuere . “ Weitere Ostergräber entstanden in den Jahren 1675 und schließlich 1713 durch den Franziskaner Frater Josaphat Leitner.

 

Weitere Infos :

Das heilige Grab des Christoph Anton Mayr, von Wolfram Köberl

Texte des Heiligen Grabes

Grabaufstellung

Die vergessenen Figuren des Ostergrabes